Verein Youth
Exchange without borders (Emmen)
Seit über zehn Jahren organisiert der Emmer Verein Youth Exchange without
borders Austauschprogramme für Jugendliche aus der Schweiz und dem Kaukasus. Er
führt mindestens einmal jährlich ein Projekt durch, entweder in der Schweiz
oder in Armenien, an dem in der Regel rund 20 Jugendliche teilnehmen.
Die
Gemeindienststiftung finanziert einen Teil dieser Austausch-Aktivitäten.
Website: Youth Exchange without borders
Rückblick: Einsatz des Unterstützungsbeitrags 2025
Dank der Unterstützung konnten wir das Projekt «AZNAVOUR
25» in Hermon (Armenien) massgeblich aufwerten. Über das Basisprogramm hinaus
ermöglichte der Beitrag zwei zentrale Zusatzmodule, die Theorie und Praxis
verbanden:
- Workshop im Jermuk Youth
Center: Unsere 20 Teilnehmenden aus der Schweiz und Armenien erarbeiteten
gemeinsam, wie die Globalisierung lokale Jugendstrukturen beeinflusst. Der
direkte Austausch mit den Jugendlichen vor Ort förderte die
interkulturellen Kompetenzen weit über ein normales Workshop-Setting
hinaus.
- Praxisbesuch in Eriwan: In der
Entwicklungsabteilung eines weltweit tätigen Technologieunternehmens
konnten die Teilnehmenden erleben, wie Armenien als Innovationsstandort
fungiert. Dies gab wertvolle Impulse für die berufliche Orientierung der
jungen Erwachsenen und zeigte die wirtschaftliche Vernetzung zwischen dem
Südkaukasus und dem Westen auf.
Ausblick: Einsatz des Beitrags 2026
Im Sommer 2026 liegt der Fokus unseres bilateralen Austauschs
(«AZNAVOUR 26») auf dem hochaktuellen Thema Medienkompetenz, Fake News und
Propaganda. In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz und gezielte
Desinformation die öffentliche Meinung massgeblich beeinflussen, möchten wir
junge Menschen befähigen, Informationen kritisch zu hinterfragen. Die Thematik
ist insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen sehr aktuell.
Armenien steht vor unserem Projekt vor richtungsweisenden Wahlen und wird sich
entscheiden müssen, ob der pro-westliche Kurs der aktuellen Regierung Richtung
EU weiterverfolgt werden soll, oder ob die alte Bindung zu Russland wieder
gestärkt werden soll.
Den Förderbeitrag 2026 planen wir für folgende Schwerpunkte
einzusetzen:
- Exkursion
zu einem Medien-Outlet: Wir besuchen ein unabhängiges Medienhaus, um den
Redaktionsalltag und die Herausforderungen einer freien Presse (inkl.
Videojournalismus) in einem spannungsgeladenen Umfeld kennenzulernen.
- Dialog
mit Journalisten zu den Wahlen 2026: Wir diskutieren mit Experten über die
Mechanismen der Narrativbildung. Dieser Diskurs hilft den jungen
Erwachsenen des Projekts, die Komplexität internationaler Beziehungen und
die Macht der Medien in Konfliktregionen zu verstehen.
Mai 2026, Stefan Rüegsegger, Vereinspräsident